Nach den acht Würfeln der Gabe 3 kommt die Fröbelgabe 4: wieder ein Würfel, aber diesmal in acht flache Quader geteilt. Jeder Quader ist so lang wie der große Würfel, aber nur halb so breit und ein Viertel so hoch. Das klingt nach einem kleinen Unterschied – und verändert das Bauen komplett.
Was die Quader anders können
Ein Würfel kann stehen. Ein Quader kann stehen, liegen oder auf der Kante stehen – und sieht jedes Mal anders aus. Kinder entdecken damit:
- Höhe und Länge: Acht Quader hochkant ergeben einen hohen Turm, acht flach eine lange Mauer.
- Überbrücken: Zwei Quader stehen, einer liegt darüber: das erste Tor. Mit der Gabe 3 geht das nicht.
- Treppen: Versetzt gestapelt entsteht eine Treppe mit vier Stufen.
- Dächer: Zwei Quader aneinandergelehnt – das Satteldach, das jedes Kind kennt.
Spielidee: Die Mauer, die wächst
Alle Kinder legen ihre Quader der Länge nach aneinander: eine lange Mauer durch den Gruppenraum. Dann die Frage: Wie bauen wir sie so, dass sie nicht umfällt? Die Kinder probieren versetzte Reihen – wie beim echten Maurer. Ein schöner Übergang zum Thema „Häuser bauen“ und zu einem Besuch auf der nächsten Baustelle.
Spielidee: Die Brücke über den Fluss
Ein blaues Tuch ist der Fluss. Jedes Kind baut mit seinen acht Quadern eine Brücke darüber. Wer schafft die längste Spannweite? Hier zeigt sich der Vorteil von Ankersteinen: Die Fröbelgabe 4 aus Ankersteinen ist schwer genug, dass die Pfeiler auch unter Last stehen bleiben.
Spielidee: Vom Tisch zum Turm (Umbauen statt Abbauen)
Fröbels Grundregel gilt auch hier: Es wird nicht eingerissen, sondern verwandelt. Aus einem Tisch mit vier Stühlen wird ein Tor, aus dem Tor ein Turm, aus dem Turm eine Treppe. Die Kinder erzählen bei jedem Schritt, was entstanden ist.
Spielidee: Legemuster mit Schatten
Die Quader flach gelegt ergeben andere Muster als Würfel: Windräder, Sterne mit acht Strahlen, Rahmen mit Lücken. Legt man sie hochkant und stellt eine Lampe daneben, entstehen Schatten – ein kleines Licht-Experiment für die dunkle Jahreszeit.
Gabe 3 und 4 zusammen
Richtig spannend wird es, wenn beide Gaben kombiniert werden: Würfel als Pfeiler, Quader als Balken. Damit lassen sich erste „richtige“ Häuser mit Fenstern bauen. Für Vorschulkinder folgen dann die Gabe 5 und Gabe 6 mit Teilkörpern. Wer alle vier Gaben auf einmal möchte, nimmt das Fröbelgaben-Set 3–6.
Für welches Alter?
Die Gabe 4 passt ab etwa 4 Jahren – wenn Kinder mit der Gabe 3 vertraut sind und beim Bauen schon eine Idee verfolgen. Jüngere Kinder stapeln die Quader gern einfach übereinander; auch das ist in Ordnung. Ausgearbeitete Einheiten für Gabe 3 und 4 mit Kopiervorlagen gibt es im Fröbel-Praxispaket, einen Überblick über alle Gaben im Artikel Fröbelgaben einfach erklärt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Fröbelgabe 3 und 4?
Beide sind ein großer Würfel aus acht Teilen. Bei der Gabe 3 sind es acht kleine Würfel, bei der Gabe 4 acht flache Quader. Mit den Quadern lassen sich Tore, Treppen, Mauern und Dächer bauen.
Ab welchem Alter passt die Fröbelgabe 4?
Ab etwa 4 Jahren, wenn Kinder die Gabe 3 kennen und beim Bauen schon eine Idee verfolgen.
Kann man Gabe 3 und 4 kombinieren?
Ja, das ist sogar besonders spannend: Würfel werden zu Pfeilern, Quader zu Balken. So entstehen erste Häuser mit Fenstern.
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